Hexendorf Erlenbach

Urgichten (finale Geständnisse) deren zu Heidenfeldt liegenden hexen mit nahmen Schefers Dörlein, schultheißen Hansen Dörlein, Marget, Wendels Clausen .. dochter, dan Michelein, Jörg Götzen stiffsohn, alle zu Erlenbach den 11. Martii anno et cetera 1634. Aus: Staatsarchiv Wertheim, G-Rep. 58 Nr. 123

Der bei Marktheidenfeld liegende Ort Erlenbach ist uns bereits begegnet: Das 12 Jahre alte Margretlein, das sich 1616 selbst der Hexerei bezichtigt hatte, stammte aus dem Ort (siehe hier). Im Herbst 1616 gab es in Erlenbach eine Untersuchung über „beschreite persone im hexenwerck“. Der Zentgraf befragte offenbar sämtliche Haushaltsvorstände über ihnen bekannte Hexereibeschuldigungen. 15 der 62 Befragten gaben zwischen ein und vier Personen als verdächtig an, immer wieder wurde „Lohe Cunze frau“ genannt.

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Pasquille, Schmähungen, Denunziationen: Über eine ungewöhnliche Quellengruppe

Pasquill gegen Hofmetzger Hans Stark mit Richtschwert und Scheiterhaufen. Aus: Staatsarchiv Wertheim, G-Rep. 102 Nr. 737

Anonyme Schreiben, in denen jemand der Hexerei bezichtigt wurde, nennt man Pasquille (Literatur: Schwerhoff 2021). Überliefert sind sie nicht allzu häufig, aber einige Beispiele aus der Region gibt es doch. Diese Schreiben sind auch deswegen interessant, weil sie nicht dafür gedacht waren, aufgehoben zu werden. Hier schreiben Leute, die sonst nichts schrieben, und der Zweck war, den Bezichtigten zu drohen, sie zu schmähen und ihre Ehre zu verletzen. Im ersten Pasquill, das ich zeigen will,

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Mergentheim, Markelsheim, Würzburg. Eine Hinrichtung im Hof der Kanzlei im Mai 1628

Zwischen Dom und Neumünster: Das Areal der Kanzlei, gekennzeichnet mit der Zahl 2, auf dem sog. Homann-Stich von 1723, Vorlage MDZ via bavarikon.

Von Neubrunn im Jahr 1612 geht es nun ins Würzburg des Jahres 1628. Wir kommen also vom Land in die Stadt und wir kommen zugleich mitten in die Prozesswelle der Jahre 1626/29. In der Stadt Würzburg sind Hexenprozesse vor dieser Welle nur ganz vereinzelt nachweisbar (siehe die ersten Beiträge in diesem Blog). Das änderte sich nun, und zwar gewaltig.

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Hexentänze in Würzburg und auf dem Land

(Detail einer Hexensabbat-Darstellung. Vorlage: Witchcraft-Collection der Universität Cornell, dort beschrieben mit: „Hexensabbat in Trier. Erfurt 1593? Presumed to be in the public domain“. Das Bild im Ganzen)

Die Vorstellung, Hexen hätte sich auf Tänzen getroffen, gehört zum Kernbestand des kumulativen Hexereidelikts, seitdem es um 1420 in Savoyen erstmals juristisch verfolgt wurde. (Dessen Elemente: Teufelspakt, Teufelsbuhlschaft, Flug durch die Luft, Besuch einer Hexenversammlung,

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Stadträte als Hexenrichter

Franz Agricola, Zaubereitraktat (Würzburg 1627), Detail des Titelblatts (Digitalisat der UB Erlangen)

Die (Stadt-) Würzburger Hexenprozesse wurden vom Stadt- und Brückengericht als zuständigem Kriminalgericht geführt. Seine Mitglieder waren Würzburger Bürger. Sie wurden vom Fürstbischof ernannt und fungierten als Schöffen. Unter ihnen war auch eine ganze Reihe von Stadträten,

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