Würzburg schreibt nach Remlingen

(Das Beitragsbild stammt aus einer um 1680 in Amsterdam gedruckten Karte des Fränkischen Reichskreises, digitalisiert auf bavarikon.de.)

Das Margretlein kam also gegen den Willen der Gemeinde wieder zurück nach Erlenbach. (Zum Beginn der Geschichte im letzten Post.) Im Ort gab es Widerstand, und Vater Hedwig musste wohl Drohungen gegen sich und sein Mädchen erleben. Das ergibt sich aus einer Weisung Echters nach Remlingen vom 27. August, in dem auf ein Schreiben von Thoma Hedwig an ihn Bezug genommen wird (dieses Schreiben ist nicht erhalten). Echter weist hier Amtmann Lotter an dafür zu sorgen, dass Vater und Tochter vor Übergriffen der Gemeinde geschützt werden. (Schwer zu sagen, wie

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Das Margretlein aus Erlenbach

Im Mai 1616 kam es westlich von Würzburg Richtung Taubertal zu Unwettern mit Hagel und Frösten. Bis heute ist der Mai in unserer Gegend eine sensible Zeit: Die zarten Triebe des Weins sind empfindlich. Fröste können enormen Schaden bis hin zum totalen Ernteausfall anrichten. So auch damals. Aber damals bewirkten diese Unwetter noch etwas anderes. Man glaubte nämlich, die Unwetter seien von Hexen gemacht. Eine Eingabe der Gemeinde Gamburg von Ende Mai sprach den Zusammenhang direkt an: Nach Frost in der Walburgisnacht hatte es an Urban (25. Mai) Hagelschlag gegeben, der Wein war vernichtet. Nach dem Sturm hatte man auf eigene Faust zwei Frauen festgesetzt, die durch Zauberei das Unwetter gemacht hatten. Die Gemeinde verlangte nun von ihrer Obrigkeit, gegen die Frauen vorzugehen. Denn das Recht fordere, „das man die zauberinnen nicht soll leben lassen.“

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Die erste (namentlich bekannte) Würzburger Hexe?

In der Handschrift Staatsarchiv Würzburg, HV MS f 887, sind von unterschiedlichen Händen verschiedene Texte und Notizen vor allem aus dem 17. Jahrhundert zusammengestellt. Die Signatur „HV“ steht für „Historischer Verein“, die Handschrift gehört also den Freunden Mainfränkischer Kunst und Geschichte, die sie im Staatsarchiv deponiert haben. Vorne findet sich der Vermerk „Geschenk eines Ungenannten 19. Juli 1886“ – was für die Frage, woher diese Handschrift stammt, keine wirkliche Hilfe ist. Wer hat sie angelegt und warum? Man weiß es nicht. Archivare würden sagen: Die Kontextinformationen fehlen, und das macht Schwierigkeiten.

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Über dieses Blog

Das Headerbild stammt aus dem Ochsenfurter Zentgerichtsprotokoll der Jahre 1623-1628 (Staatsarchiv Würzburg, Rössner 1066).

Diese Webseite sollte die (Kunst-)Ausstellung „Hexen! Über Körper, Wissen und Macht“ im Würzburger Museum im Kulturspeicher (7.10.23-4.2.24) mit historischen Quellen zu den Hexenprozessen in Stadt und Stift Würzburg flankieren. Ich werde sie nun auch nach Ende der Ausstellung weiterführen mit dem Ziel, Quellen zu den relevanten Aspekten der Würzburger Prozesse vorzustellen. Da fehlt ja noch manches, wie kundige Leser bemerkt haben werden. Die Frequenz der Beiträge wird aber niedriger sein als bisher.

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