Oberschwarzach. Hexenprozesse 1617/18 am Steigerwald IV

Die Schultheißinnenthese

Die Kirche von Kloster Ebrach im Steigerwald. Das Kloster war ein bedeutender territorialer Gegner Würzburgs in der Region. Bildvorlage: wikimedia commons

Mit Frau Wolf aus Ebersbrunn, Frau Scheubenass aus Buch und Frau Henfling aus Siegendorf waren im Frühjahr 1618 in der Zent Oberschwarzach drei Schultheißenfrauen von Zaubereianklagen betroffen. Im Juni kam noch die Schultheißin von Großgressingen dazu. Bereits 1616 war die Schultheißin Dorothea Link aus Handthal wegen Zauberei hingerichtet worden (StAW, Hist. Saal 375). Fünf Schultheißenfrauen in einer Zent in zwei Jahren, das ist eine

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Oberschwarzach. Hexenprozesse 1617/18 am Steigerwald III

Oberschwarzach und Umgebung auf einer Karte des 20. Jhs, Quelle: Geoportal Bayern

Am 5. Mai, wenige Tage vor dem Hinrichtungstermin am 10. Mai, ordnete Aschhausen weitere Festnahmen an. Die Festzunehmenden sollten den drei bereits Inhaftierten „konfrontiert“, also ihnen gegenübergestellt werden. Das war ein gängiges Verfahren im Strafprozess. Man protokollierte dann die Reaktionen der Beschuldigten auf die Bezichtigungen und Vorwürfe. In Oberschwarzach war Eile geboten, schließlich sollten die drei am 10. Mai hingerichtet werden. Festzunehmen waren: die Frau des Schultheißen Jacob Henfling aus Siegendorf, die Frau von Hans Most aus Kammerforst, die

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Oberschwarzach. Hexenprozesse 1617/18 am Steigerwald II

Sogenanntes Julius Echter-Schloss in Oberschwarzach (Vorlage: Tilman2007, CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons. Weitere Infos auf der Seite des Fördervereins Schloss Oberschwarzach)

Die Anfänge der folgenden Hexereiprozesse kennt man nicht, sie dürften aber spätestens im Februar oder März 1618 liegen. Das erste erhaltene Schreiben ist ein Konzept Fürstbischof Aschhausens vom 21. April 1618, und da waren die Verfahren schon weit fortgeschritten. Vier Personen, heißt es, seien in Oberschwarzach in Haft und gütlich und peinlich (also mit Folter) verhört worden. Er hat die Aussagen bekommen und fordert nun die Amtleute auf, das Oberschwarzacher Zentgerich ein Urteil verfassen zu lassen und dieses nach Würzburg zu schicken.

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Oberschwarzach. Hexenprozesse 1617/18 am Steigerwald I

Am östlichen Rand: Das Würzburger Grenzgebiet am Steigerwald mit Gerolzhofen und (Ober)Schwarzach auf einer Karte der südlichen Ämter des Bistums von 1791 (Vorlage: MDZ)

In der Würzburger Zent Oberschwarzach forderte die Prozesswelle von 1616/19 zahlreiche Opfer. Zur Zent gehörten Orte im Steigerwald. Besitz und Rechte Würzburgs überschnitten sich hier vielfach mit dem Kloster Ebrach (siehe Knapp, Zenten (1907), ab S. 934). Wir begeben uns damit in diesem Blog erstmals ins östliche Grenzgebiet des Hochstifts Würzburg, wo es 1616/19 so viele Verfahren wie nirgends sonst im Hochstift gab. Historiker fragen natürlich: Warum?

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